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Wanderberichte

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2013 02 03 Von Sommerhausen nach Ochsenfurt

Ochsentour? Überhaupt nicht!         

Von Vorfrühling konnte am 3. Februar noch kaum die Rede sein. Doch die 27 Wanderer des Gerolzhöfer Steigerwaldklubs erblickten an diesem Tag auf ihrem Weg von Sommerhausen nach Ochsenfurt und zurück tatsächlich erste Vorboten: ein paar Hundert Haselkätzchen hier, ein paar Dutzend Schneeglöckchen da – ganz unten im Maintal. Andererseits: Winterlich war das Wanderwetter keineswegs. Außer einigen Eisnadeln in zufrierenden Pfützen und ein bisschen Altschnee in Geländespalten war nur ein etwas unfreundlicher Wind auf den Höhen des südlichen Maindreiecks zu vermelden.

Gesprochen wurde über Vorfrühling und Spätwinter wenig. Zu sehr hatten die Wanderer mit dem teilweise sehr naturnahen Weg zu tun. Er bescherte, wie es einer der Teilnehmer auf Denglisch umschrieb, „much Matsch“, auch an Steigungen und Gefällestrecken. Damit hatte Wanderführerin Petra Schöllhorn allerdings genau die richtige Wegewahl getroffen. Am Mittagstisch im Ochsenfurter Gasthof „Kauzen“ drückte einer Wanderer es so aus: „Wenn ich wandern will, will ich keinen Stadtpark-Spaziergang“.

Weil aber der, der hat, was er will, seine Augen und Gedanken gerne locker schweifen lässt (zumal zur Fastnachtszeit), war die Pause im Kauzen wie auch später der Rückweg eine Fundgrube für Kauziges. Beispiele gefällig? Edgar, der Treuesten einer im Steigerwaldklub, trank sein Weißbier aus einem extra angeforderten Schiefglas. Und Rudi, auch so ein Stück Klub-Tafelsilber, stieß auf eine neue Berufsbezeichnung: Weil der Wirt bei Rudis erstem Krug Bier jeglichen Schankverlust peinlichst hatte vermeiden wollen, verlangte Rudi bei seinem zweiten Krug einen Ausgleich. Das – so die Bedienung – werde sie dem „Theker“ ausrichten.

Wegeverlauf der 17,5 km langen Wanderung vom 3. Februar 2013: Sommerhausen – Winterhausen – Goßmannsdorf – Westsiedlung Ochsenfurt – Ochsenfurt Altstadt – Kleinochsenfurt – Sommerhausen

 

Dem Theker? Darüber, dass der „Theker“ edler klingt als der kölnische „Zappes“ (das ist der Mensch, der dem „Köbes“ das Bier zapft), herrschte sogleich Einigkeit. Offen aber blieb, ob die Bezeichnung „Theker“ die Gäste an einen Apotheker erinnern und sie unterschwellig auf ein gehobenes Preisniveau einstellen soll.

Auf dem Rückweg dann noch so ein offen diskutiertes Thema: Fallen die Ochsenfurter Kicker durch ihre Erfolge oder doch durch ihre Misserfolge auf? Ist ja auch nicht einfach, sich zusammenzureimen, welche Wirkung eine Bandenwerbung entfaltet, wie sie am Sportplatz in Kleinochsenfurt zu sehen ist: Wenn sich beim Zweikampfverhalten auch einmal die Knochen spalten, ist das doch kein großes Ding; denn das krieg’n wir wieder hin. Wie wirkt so ein Spruch? Beruhigend oder enthemmend?

So richtig verwundert über derlei Gelassenheit, war die Wandergruppe aber nicht, hatte sie doch zuvor beim Gang über die neue alte Mainbrücke gesehen: Direkt am Mainufer unten, gerade mal 20 Zentimeter höher als der Hochwasser führende Main, parkten etliche Autos... Niemand kam in diesem Augenblick auf die Idee, über die Herkunft des Namens „Ochsenfurt“ laut nachzudenken, obwohl Ochsen – jedenfalls in Gestalt von Nutztieren – nirgendwo gesichtet worden waren. (Jochen Ewe)



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