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Wanderberichte

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2013 04 01 Gipshügel Sulzheim

Gips – ganz natürlich

Schloss Sulzheim fällt manchem Autofahrer auf; und dem in Sulzheim neu eröffneten Gips-Informationszentrum darf man mindestens die gleiche Aufmerksamkeit wünschen. Denn wer sich dort über die Sulzheimer Gipsindustrie, vor allem aber über die einmalige Flora und Fauna im Naturschutzgebiet „Sulzheimer Gipshügel“ hat unterrichten lassen, der wird als neugewonnener Interessent und Freund in aller Regel eines wollen: Rausgehen und sich alles ansehen.

Letzteres taten am 1. April 2013 auch die von Alfred Derleth angeführten zwölf Wanderer: Sie gingen zunächst am 1948 errichteten Gipswerk und einem wiederaufgefüllten Abbaugebiet vorbei in Richtung Sulzheimer Wald. Dort, am Ende einer von den Einheimischen auch „Grand Canyon“ genannten Talsenke, sahen sie, wie Oberflächenwasser an einem „Ponor“ ins Gipsgestein versickert.

Weiter oben konnten sie von einer Aussichtskanzel aus einen Eindruck davon gewinnen, wie ein aufgelassener und renaturierter Steinbruch mit der Zeit verkarstet und sich zum Biotop entwickelt. Wieder ein Stück weiter, kamen sie zu einem Gipsabbau, in dem auf mehreren Abbausohlen eine bis zu zehn Meter starke Schicht aus 220 Millionen Jahre altem Gips ausgebeutet wird. Auf dem Weg ins Naturschutzgebiet kam die Gruppe an der Unkenmühle bei Sulzheim vorbei, in der bis ins 20. Jahrhundert hinein Gips gemahlen und wohl auch gebrannt worden ist.

Dann war das (seit 1979 bestehende) Naturschutzgebiet erreicht. Seine zahlreichen, nur wenige Meter hohen Gipsbuckel zeichnen sich durch eine dünne Bodendecke und eine darauf wachsende einzigartige nacheiszeitliche Steppenvegetation aus. Wanderer, die im Übrigen gehalten sind, ihre Wege nicht zu verlassen, entdecken an Pflanzen dort unter anderem – je nach Jahreszeit: Adonisröschen, Blaustern, Brandorchis (auch Lungenenzian oder Brand-Knabenkraut genannt), Federgras, Gelbstern, Golddistel, Küchenschelle, Lerchensporn, Mannstreu, Scharbockskraut, Sumpfwolfsmilch, Tragant (ein Schmetterlingsblütler) und Traubenhyazinthe. Der 1. April lieferte zu dieser prächtigen Palette einen Vorgeschmack. (Jochen Ewe)



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