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Wanderberichte

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2013 09 15 Burgen- und Schlösserwanderung

Nässende Nebel – rauschender Regen

Franken begab sich an diesem Tag, dem 15. September 2013, zu den Landtagswahlen, der Rest Bayerns ebenfalls. Man hörte später viel von einer deutlich angestiegenen Wahlbeteiligung, und speziell die siegreiche CSU fabulierte laut über ihren „Mobilisierungswahlkampf“, der dieses Plus zustandegebracht habe. Allerdings: Dieser 15. September war ein Tag, an dem sich in den meisten Regionen des Freistaats nässende Nebel mit rauschenden Regenschauern abwechselten. Es herrschte also ein Wetter, das jegliche Ausflugsgelüste einschränkte und somit viele brave Bürger animiert haben dürfte, dann doch mal ihr Wahlrecht auszuüben.

Für die These, dass neben dem Mobilisierungswahlkampf wohl auch Petrus die Wähler erheblich angetrieben hatte, spricht beispielsweise die Tatsache, dass Wanderführerin Petra Schöllhorn zu der von ihr erkundeten attraktiven Wanderung gerade mal zehn tapfere Wanderer begrüßen durfte. Und die erlebten dann auch einiges – nicht nur die angesagten Burgen und Schlösser.

Auf ihrer 18 Kilometer langen Wanderung durch die Haßberge nahe Ebern genossen die Wanderer insgesamt vielleicht eine halbe Stunde, in der es nicht regnete. Doch der „Segen“ kam nicht nur von oben; auch die Strecke selbst trug dazu bei, dass ständig Nässe auf die Wanderer einwirkte: Mal neigten sich tropfnasse Zweige, Gräser oder auch Brennesseln in die Wege hinein und luden ihre Last an den Wanderern ab, mal raubte durchweichter Boden den Wanderern das Gleichgewicht, mal lag so viel frisch geschlagenes regenglattes Astholz herum, dass es tatsächlich nur noch über Stock ging und nicht mehr über Stein. Eben dieser Holzaktion gab ein Pilzsammler die Schuld dafür, dass er lediglich einen Steinpilz statt vieler erwarteter Pfifferlige gefunden hatte.

Die Tiere des Waldes, selbst die Mücken, hatten sich zurückgezogen. Eine Ausnahme bildete ein prachtvoller, von Nässe glänzender Feuersalamander; doch auch er zeigte nur wenig Dynamik und ließ sich geduldig begutachten. Ansonsten ergab sich ein gemischtes Bild: Neben wundervollen Landschafts- und Waldpartien (für die man gerne ausgiebige Wanderungen unternimmt) zeigten sich auch häufig verdorrte Bäume und Sträucher, denen die zurückliegende Trockenperiode arg zugesesetzt hatte. In so mancher Wiese erinnerten Herbstzeitlosen die Wanderer daran, dass der Sommer sich neigte.

Mit der Zeit etwas müde (und doch gut drauf) aber waren die Wanderer. Schließlich waren sie von Lichtenstein aus hinab nach Fischbach gestiegen, waren weitergewandert nach Siegelfeld und Rotenhan, von dort aus hinauf zur Ruine Rotenhan und weiter nach Gereuth. Dort, nahe dem einst für den Würzburger Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths errichteten Barockschloss, konnten sie sich endlich stärken – in einer luftigen, na ja, Trinkhalle, erwärmt von einem „Heizpilz“ und bewirtschaftet von freundlichen Wirtsleuten.

Man war dankbar, überhaupt eine Gastronomie gefunden zu haben, und verabschiedete sich nach gut einer Stunde in Richtung Lichtenstein. In die dort geparkten Autos aber ließen sich die Wanderer erst fallen, nachdem sie ausgiebig die imposante Lichtensteiner Burganlage besichtigt hatten. Von den vielen erwähnenswerten Merkmalen dieser Burg sei hier nur darauf verwiesen, dass sie mehrere isoliert aufragende Felsköpfe integriert. (Jochen Ewe)



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