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2018 11 08 - Indian Summer am Main

Viele Bildstöcke an den Wengerten oberhalb von Untereisenheim:

Indian Summer am Main

Es waren nicht weniger als 14 Frauen und zwölf Männer, die Wanderführer Werner Gegner am frühen Nachmittag des 7. Novembers in Gerolzhofen begrüßen konnte. Zunächst fuhr diese „Abordnung“ des Steigerwaldklubs Gerolzhofen per Pkw-Konvoi nach Kaltenhausen und stieg von dort aus hinauf – immer auch die Vogelsburg oberhalb von Astheim im Blick – in die Untereisenheimer Wengerte.

Genauer gesagt: Meist waren rechts die Wengerte, tief unten der Main, und links war der Wald. Beide – Wald und Wengerte – leuchteten in prachtvollen Herbstfarben um die Wette. Schnell machte in der Wandergruppe das Wort vom „Indian Summer  im November“ die Runde. Bald schon zeigte sich: Nicht wenige in der Gruppe konnten es nicht lassen, von den Rebstöcken immer wieder Weinbeeren zu kosten, die bei der Lese wohl deshalb hängengeblieben waren, weil sie damals im August oder September noch zu sauer waren, die durch den nachfolgenden Sonnenherbst aber ordentlich nachgereift waren – vielfach auch vertrocknet.
Bei der Terminierung der Wanderung (etwa ein Jahr zuvor) wäre es vermessen gewesen, diesen Indian Summer und diese spendablen Rebstöcke als Extras einzuplanen. Tatsächlich waren es ganz andere Stöcke gewesen, die die Planer damals im Blick hatten: Bildstöcke. Denn die vielen Bildstöcke hoch über Untereisenheim stellen eine Besonderheit dieses Weinorts dar und sind Zeugen der Frömmigkeit der Dorfbevölkerung. Die Wandergruppe kam an vielen Bildstöcken vorbei, darunter auch an dem von Michel und Jörg. Um diese beiden rankt sich folgende Sage:
Die Untereisenheimer Freunde Michel und Jörg redeten oft auch über das Leben und den Tod. Sie vereinbarten: Wer von uns als erster stirbt, wird dem anderen eine Nachricht aus dem Jenseits zukommen lassen. Dazu sollte der Überlebende drei Tage nach der Beerdigung des Freundes zur Mitternacht den Untereisenheimer Friedhof aufsuchen und sein Ohr auf das Grab legen. 
Schon bald starb Michel. Jörg wartete die Bestattung ab, ging dann wie abgesprochen zum Friedhof, und als es Mitternacht war, legte er sein Ohr auf das frische Grab. Doch es erreichte ihn keine Nachricht aus dem Jenseits. Stattdessen öffnete sich die Erde und eine bleiche Totenhand packte Jörg am Schopf. Als es wieder Tag war, fand man Jörgs Leiche; ihr Hals war verdreht.
Unten im Maintal war es nach Kaltenhausen nicht mehr weit. 


Kontakt:

 Jochen Ewe



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